Krötensammeln- ja bitte!

 

 

Woran erkennt man Krötensammler?

 

An Warnweste, Taschenlampe und dem Eimer in der hand!

Aber sonst sind  es ganz gewöhnliche Menschen: Männer, Frauen,

Kinder, Rentner, Angestellte, Landwirte, Lehrer, ein buntes Völkchen.

Was treibt sie, in ihrer freien Zeit, ein paar „Tierchen“ über die Straße zu helfen,

Krötensammler haben den Blick für das Große und den Blick für das Kleine:

Den Sinn für die Vielfalt der Arten, das Wissen um die Bedrohung, und sie handeln in ihrer nächsten Umgebung: „Think global – act local“ hat man diese Perspektive einmal genannt..

Ich trete ein für das Leben vor Ort: gerade bei so unscheinbaren Tieren wie Kröten.

Das ganze Jahr nimmt keiner Notiz von ihnen, so geschickt bewegen sie sich in ihrem Lebensraum. Aber in der Laichzeit im Frühjahr werden sie sichtbar, nehmen lange Wege auf sich, eben auch über Straßen, um zu ihrem Laichgewässer zu kommen, und sind gerade auf diesem Weg bedroht.

Ein Gefühl von Verantwortung gehört zum Krötensammler: An dem Wochentag, an dem ich eingetragen bin, muss ich den Krötenfangzaun kontrollieren – die Kröten sind darin gefangen und warten auf mich. Es ist ein gutes Gefühl, Zäune und Eimer abzusuchen, die kleinen Tiere einzusammeln und an ihren Laichort zu bringen. Ein Glücksmoment, wenn ein seltener Molch sich darin findet – und noch ein größeres Glück mit Schulkindern den Weg zu gehen: Ihre

Freude und Begeisterung zu erleben, mit der sie bei der Sache sind und zugleich lernen, was ihre Heimat für Entdeckungen für sie bereit hält.

Bei Schulkindern setzt man  bei  stark befahrenen Straßenübergängen  Schulweghelfer ein, „Schülerlotsen“, um die Kinder auf dem Schulweg sicher über die Straßen zu bringen. Analog  müssten wir uns eigentlich „Krötenlotsen“ oder „Laichweghelfer“ nennen.

Auf jeden Fall: eine gute Sache, die Freude macht!

 

Hartmut Braune-Bezold