Tag des Baumes 2020

Jährlich wird in Deutschland der „Tag des Baumes“ begangen.                                    

Mit mehr oder weniger Interesse.                                                                                 

In diesem Jahr 2020 fällt dieser Tag auf Samstag, den 25. April.

Natürlich und völlig zu recht  beherrscht die weltweite Corona-Pandemie derzeit unsere Schlagzeilen. Dennoch darf und muss daran erinnert werden, dass auch nach dieser schweren Epoche Bäume für unser aller Leben wichtig und unverzichtbar bleiben werden.

So können wir den „Tag des Baumes“ in diesem Jahr als einen „Tag der Hoffnungsbäume“ sehen und betrachten. Pflanzen wir Bäume als Signal der Hoffnung, der Nachhaltigkeit, der Verantwortung für kommende Geneartionen. Und respektieren wir Gehölze mit ihren jeweiligen, spezifischen Eigenschaften und Bedürfnissen.

Weltweit sind sie ebenso unverzichtbar wie vor unserer eigenen Haustüre.

Was wurde im Laufe der letzten Jahre nicht alles gefällt. Für Baumaßnahmen aller Art, Parkplätze, für die sogenannte „Reinlichkeit“ des Grundstücks, aus Angst, wegen des Baumschattens oder wegen der Pollen, bzw. des Laubfalles.Gründe für Fällungen, auch für Verstümmelungen von Gehölzen werden immer gefunden. Manche sind nachvollziehbar, andere allerdings überhaupt nicht.

Sollte es gelingen, einen Teil der vielen Baumverluste, der stillen und heimlichen Fällungen, Verstümmelungen und Kappungen, weitgehend auszugleichen, wäre schon viel gewonnen.

Man stelle sich das vor: Alle Menschen, die aus irgendeinem Grund den letzten Holunder, die alten Obstbäume oder den letzten Landschaftsbaum beseitigt haben, all diese Menschen pflanzen wieder einen Baum (noch besser mehrere), dort wo sich die Möglichkeit eröffnet. Würde das geschehen, bedeutete dieses Pflanzen einen großen Schritt in Richtung gesundes, weil grünes Leben überall dort, wo Menschen leben und arbeiten. Das Argument, man habe für große Bäume keinen Platz mehr, zieht nicht grundsätzlich. Denn der Raum, der uns zur Verfügung steht ist immer noch der gleiche. Die Frage ist nur, wie verplanen wir diese Räume, wie beziehen wir das lebende Grün vorrangig in alle Planungen mit ein?

Alte, vorhandene Gehölze erhalten und viele neue Bäume, Sträucher und Hecken pflanzen, ein Gebot der Zeit. Und das Ende der grauen und leblosen Kies- und Steinwüsten wäre mehr als nur ein positiver Effekt bei den Bemühungen für mehr lebendes Grün in unseren Kommunen.

Es gibt tatsächlich für jedes Grundstück, für jeden Vorgarten, Hausgarten, Feldweg, für jedes Ufer am Fischteich oder am Bach passende Gehölze. Diese Vielfalt zu nutzen bleibt notwendig, um der Artenvielfalt zu dienen. Das zur Pflanzung auch die notwendige Pflege gehört, wie beispielsweise das regelmäßige Wässern, bleibt unbestritten. Ebenso wie die Vorarbeiten unter der Baumscheibe für das künftige Wurzelwerk der Gehölze.

All die möglichen Pflanzen aufzulisten, muss an dieser Stelle nicht sein, die Gärtnereien und Baumschulen unseres Landes beraten gerne und bestellen auch Gehölze, die nicht „auf Lager“ bereit stehen.

Der „Tag des Baumes“ muss gut vorbereitet und durchdacht sein, damit unter dem Strich etwas Dauerhaftes entstehen kann. Vielfalt statt Einfalt bleibt dabei eine Devise.

Und natürlich, auch das muss bedacht werden, der „Tag des Baumes“ endet nicht mit der Feierstunde und nach Beendigung der Pflanzung. „Tag des Baumes“ ist eigentlich immer, weil es darum geht, Gehölze und Natur insgesamt zu schonen, zu erhalten, zu respektieren und zu achten.

Nicht die Bäume sind es, die uns brauchen, es ist genau umgekehrt. Bäume als Freunde und Partner zu sehen, stellt eine gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe dar. Hier bei uns vor der eigenen Haustüre ebenso wie weltweit.

Horst Schunk, Kasernenstraße 22, 96450 Coburg

Coburg im April 2020 

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